Verfügung für Notfälle (Augsburger Notfallplan)

Die Verfügung für Notfälle ist eine sehr kurze > Patientenverfügung, die nur ein Blatt umfasst.

> Grundsätzliches zur Verfügung für Notfälle

 

Wann und warum eine Verfügung für Notfälle hilft

Auch wenn Sie Ihren Willen in Ihrer Patientenverfügung im Voraus festgelegt haben, kann es am Lebensende oder bei sich sehr stark verschlechterndem Allgemeinzustand zum Einsatz eines Notarztes kommen. Dieser Arzt, der Sie in aller Regel nicht kennt und somit auch kein Wissen von Ihren Willensäußerungen hat, muss im Zweifel für das Leben („in dubio pro vita“) entscheiden und erst einmal ärztlich angezeigte Maßnahmen einleiten und durchführen.

Andererseits muss er aber auch in einer Notfallsituation Ihren Willen berücksichtigen.

Bei einer Notfallsituation ist eine weitere Herausforderung, dass zwar ggf. Ihre Patientenverfügung vorliegt, Ihre augenblickliche Lage dort aber nicht eindeutig wiedergegeben ist. Auch in solch einem Fall ist ein Notarzt gesetzlich dazu verpflichtet, so lange lebenserhaltende Maßnahmen einzuleiten und durchzuführen, bis Ihr mutmaßlicher Wille sicher festgestellt ist, selbst wenn dieses notärztliche Handeln im Nachhinein nicht Ihrem Willen entsprochen hat.

Zudem kann es in einer Notfallsituation sein, dass zwar die Patientenverfügung vorliegt, der Notarzt aber wegen Ihrer lebensbedrohlichen Lage keine Zeit hat, die vielen Seiten intensiv zu studieren und zu bewerten.

Um also zu vermeiden, dass im Notfall lebenserhaltende Maßnahmen ergriffen werden, die Sie nicht (mehr) haben möchten, und dem Notarzt vor Ort die Ermittlung Ihres Patientenwillens zu erleichtern, wurde der Augsburger Notfallplan als (Patienten-)Verfügung für Notfälle entwickelt. Dieser kann Ihre Patientenverfügung konkret ergänzen, ist aber auch allein gültig.

In jedem Fall bleibt es in der Verantwortung des im Notfall behandelnden Arztes, einzuschätzen, ob die auf dem Notfallplan gemachten Angaben auf Ihre augenblickliche Situation zutreffen. Der Notfallplan ist als Ausdruck Ihres Patientenwillens (Patientenverfügung) eine eindeutige Handlungsanweisung für den Notarzt.

 

Tragweite und qualifizierter Beratungsprozess

Die wenigen Angaben auf der Verfügung für Notfälle haben also eine enorme Tragweite: Sie können dazu führen, dass bei einer lebensbedrohlichen Situation keine lebenserhaltenden Maßnahmen mehr ergriffen werden und Sie sterben. Deshalb kann ein Laie diese Verfügung auch nicht einfach ankreuzen und ablegen, sondern es ist ein qualifizierter Beratungsprozess notwendig.

Den Beratungsprozess führen ein eigens dafür qualifiziertet Berater und ein Arzt durch. Sie ermitteln dabei sorgfältig Ihren Willen für etwaige künftige Notfallsituationen.

Der Arzt muss die Notfallverfügung zudem unterschreiben und signalisiert damit dem Notarzt, dass der Verfügung eine qualifizierte Beratung zugrunde liegt.