Vorausplanung - Hintergrundinformationen

Jeder Mensch hat das Recht auf Selbstbestimmung.
Das gilt auch für Situationen, in denen z.B. infolge eines Unfalls, einer schweren Erkrankung oder auch durch Nachlassen geistiger Kräfte man nicht mehr in der Lage ist, seinen Willen zu äußern oder für sich selbst zu sorgen.

 

Vorausplanung der gesundheitlichen Versorgung

Gesundheitliche Versorgungsplanung ist die deutsche Übersetzung des Begriffs Advance Care Planning (ACP). Er stammt aus dem englischsprachigen Raum, beispielsweise aus Großbritannien, hier ist dieses Konzept bereits in die Struktur des Gesundheitswesens integriert.

Durch das neue Hospiz- und Palliativgesetz (insbesondere die Einführung des § 132g SGB V) rückt ACP auch in Deutschland immer mehr in den Fokus. Schwerpunkt dabei ist die regionale Einführung des Programms. Wichtige Grundlage für die Umsetzung ist die enge Vernetzung von ambulanter, stationärer Pflege und betreutem Wohnen mit Rettungsdiensten, Krankenhäusern und (Haus-) Arztpraxen, sowie ausgebildeter Gesprächsbegleiter die es den Betroffenen ermöglichen, ihre persönlichen Behandlungswünsche zu klären und zu dokumentieren.

Advance Care Planning will Schwerstkranke, Menschen im vorgerückten Lebensalter sowie Sterbende auf mögliche Krankheitszeichen und Ereignisse am Lebensende aufklären und vorbereiten. Dies erfordert einen Gesprächs- und qualifizierten Beratungsprozess zwischen den Betroffenen, ihren gesetzlichen Vertretern, ihren Behandelnden (Haus- oder Facharzt, Pflegedienst) und Betreuern – und dies ggf. wiederkehrend.

Gemeinsam mit einem/r qualifizierten Berater/-in und ihrem Arzt legen Betroffene schriftlich in einer aussagekräftigen Patienten- und/oder Notfallverfügung fest, welche medizinischen Behandlungen vorgenommen oder unterlassen werden sollen. Bei Bedarf werden diese Festlegungen im weiteren Verlauf der aktuellen persönlichen Situation des Betroffenen angepasst.

 

Welchen Nutzen hat die Qualifizierte Beratung?

Ein/e ausgebildete/r Berater/-in

  • findet die persönlichen Bedürfnisse und Vorstellungen des/der Betroffenen für die letzte Lebensphase und im Sterbeprozess heraus und legt sie mit dem/der Betroffenen schriftlich fest
  • legt Betroffenen und ihren Angehörigen Hilfen und Angebote der Sterbebegleitung dar
  • erläutert die Handhabung mit Krisen und Notfallsituationen
  • zeigt den Betroffenen und ihren Angehörigen geeignete Maßnahmen auf (palliativ-medizinisch, palliativ-pflegerisch, psychosozial)
  • bindet die Vertrauenspersonen und regionalen Betreuungs-und Versorgungsangebote ein

 

Und warum eine gesundheitliche Vorausplanung?

Um

  • Wünsche und Vorstellungen am Lebensende (Selbstbestimmheit, Würde, Sterbeort) zu verwirklichen
  • nicht gewollte Krankenhauseinweisungen zu verhindern
  • die Kommunikation und die Zusammenarbeit aller Vertrauenspersonen, gesetzlichen Vertreter, Betreuer und medizinisch Handelnden zu stärken
  • professionell Handelnde in der Entscheidungsfindung (z.B. in Krisen- oder Notfallsituationen) zu unterstützen